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Agathafeier: Blick aufs vergangene Feuerwehrjahr
Anlässlich der Agathafeier, die dieses Jahr gut eine Woche vor dem eigentlichen Tag der heiligen Agatha, der Schutzpatronin der Feuerwehr stattfand, versammelten sich die Mitglieder des Feuerwehrvereins Stans am Freitag, dem 30. Januar in der Klosterkirche St. Klara und gedachten den im vergangenen Jahr verstorbenen Fahnenpaten Sonja Scheuber und Hermann Stöckli. Marino Bosoppi, Gemeindeleiter der Kapellgemeinde Büren, führte durch den Gottesdienst. In einer kurzen Betrachtung zum Feuerwehrhelm sagte er: «Der Helm schützt den Kopf und der Glaube stärkt das Herz. Beides zusammen macht uns nicht unbesiegbar aber gut behütet.» Musikerin Denise Kohler-Kull begleitete die Feier mit mehreren Instrumenten.
Nach einem Gang über den Friedhof gab es zunächst ein Nachtessen im Feuerwehrlokal in der Oberen Spichermatt. Fabio Wipfli, Vizepräsident des Feuerwehrvereins, begrüsste anschliessend 69 Mitglieder zur Generalversammlung. Zunächst verlass Wipfli den Jahresbericht von Vereinspräsidentin Dunja Keiser, in welchem sie über die Vereinsaktivitäten im letzten Jahr berichtete. Dazu gehörten der Neujahrsapéro, die GV, das Vereinsdinner, ein Besuch der Flughafenfeuerwehr Zürich und zu guter Letzt der Samichlausauszug, der seit über 50 Jahren vom Feuerwehrverein organisiert wird.
Beeindruckende Statistiken
Ausführlich orientierte anschliessend Kommandant André Imboden über das Feuerwehrgeschehen im vergangenen Jahr. 2025 leisteten 124 Personen in der Feuerwehr Stans Dienst. Wie André Imboden ausführte, konnten Austritte mit der Rekrutierung neuer Mitglieder mehrheitlich kompensiert werden. Doch er gab zu bedenken: «Schade ist, dass einige junge Leute, darunter auch Gruppenführer, aus Stans weggezogen sind, weil sie hier keine passenden Wohnungen gefunden haben.»
105 Mal wurden Stanser Feuerwehrleute letztes Jahr zu Einsätzen aufgeboten und haben dabei 1577 Einsatzstunden geleistet. «Bei diesen Einsätzen konnten wir zehn Personen aus ihrer Notlage retten und drei Tiere befreien», erzählte Imboden. Bei den Aufgeboten als Ortsfeuerwehr in der Gemeinde Stans fallen vor allem die 31 Alarme durch Brandmeldeanlagen auf. Oft gingen diese Alarme von angebrannten Speisen aus. Auf die leichte Schulter nimmt die Feuerwehr aber auch diese Einsätze nicht. «Wir nehmen jeden Alarm ernst und sind entsprechend parat», bestätigte Kommandant Imboden. Tatsächlich sei es vorgekommen, dass Personen, welche im Schlaf den Rauch nicht bemerkt hatten, durch Atemschutztrupps geweckt und gerettet werden konnten.
So wenig Stützpunkteinsätze wie noch nie
30 Einsätze leistete die Feuerwehr Stans als kantonale Stützpunktfeuerwehr. Die Einsatzzahl in diesem Bereich ist laut André Imboden die tiefste seit der Übernahme der Stützpunktaufgaben. Als Hauptgrund sieht er die geringe Anzahl von Verkehrsunfällen, zu denen die Stützpunktfeuerwehr aufgeboten worden ist.
Zu den Aufgaben gehört aber auch, die Ortsfeuerwehren mit Spezialgeräten zu unterstützen. So rückten die Stanser Anfang 2025 mit der Autodrehleiter zu einem Wohnungsbrand nach Oberdorf aus, wo sie Bewohner von den Balkonen eines Wohnblocks retteten. An Weihnachten wurde dieselbe Gruppe dann zum Grossbrand oberhalb von Beckenried aufgeboten. Zum Einsatz kam da der mobile Grossventilator, der trotz Wasserknappheit im richtigen Moment noch genügend Wassernebel produzieren konnte, um den einen Stall zu kühlen und zu halten. «Auch die Logistik während und nach dem Einsatz hat viel zu tun gegeben», sprach Imboden die Arbeit im Hintergrund an. So seien für diesen Einsatz in Beckenried in Stans 150 Atemluftflaschen gefüllt worden und die Materialwarte haben zwischen Weihnacht und Neujahr über 50 Brandschutzbekleidungen für die beteiligten Feuerwehren gewaschen.
Breit gefächerte Ausbildungstätigkeit
Dass die Feuerwehr auch zwischen den Ernstfällen viel zu tun hat, bezeugen die Zahlen zur Ausbildung: 2025 organisierten Stanser Feuerwehrleute 97 Proben und investierten 4133 Stunden in die interne Ausbildung. «Anfang Jahr werden jeweils die Probenthemen definiert», erzählte André Imboden. Grundlage dazu seien Ausbildungsziele und Beobachtungen an Proben und Einsätzen. «So wird sichergestellt, dass die vielfältigen Themen und die zahlreichen Materialien und Fahrzeuge der Feuerwehr Stans regelmässig beübt werden.»
Mit den Stützpunktmitteln Autodrehleiter, mobilem Grossventilator und Einsatzleitfahrzeug besuchte die Stützpunktfeuerwehr wiederum Ausbildungen oder Übungen in anderen Gemeinden. «Diese Zusammenarbeit an Übungen ist sehr wichtig, denn nur so erleben die Offiziere der Ortsfeuerwehren die Einsatzmöglichkeiten aber auch den Platzbedarf dieser Sondermittel und wissen im Einsatz, wie sie diese effizient einsetzen können», erklärte Imboden.
An zusätzlichen externen Schulungen absolvierten Stanser Feuerwehrleute in ihrer Freizeit im letzten Jahr 108 Kurstage. Viele dieser Kurse betreffen Kaderausbildungen aber auch Spezialkurse, wie sie beispielsweise für Tunnelbrände in regelmässigen Abständen vorgeschrieben sind. «Insgesamt hat die Hälfte aller Feuerwehrangehörigen im letzten Jahr im Minimum einen externen Kurs zur Aus- und Weiterbildung besucht», rechnete Kommandant Imboden vor. «Dies widerspiegelt die immer vielfältigeren und komplexeren Aufgaben, die wir als Stützpunktfeuerwehr wahrnehmen können und müssen.»
Umgekehrt führte die Feuerwehr selber auch Ausbildungen dritter durch. So schulten Feuerwehrleute beispielsweise Mitglieder der Polizei, des Zivilschutzes sowie Mitarbeitende von Schulen, Stiftungen und Firmen.
Ein altbekannter Präsident kehrt zurück
Bei den Vereinsgeschäften präsentierte Kassier Renato Zimmermann die Jahresrechnung. Das Traktandum ging ohne Diskussionen über die Runde. Die Vereinsmitglieder bestätigten die Vorstandsmitglieder Nadine Schegg für ein Jahr, Christian Derigs und Fabio Wipfli für zwei Jahre in ihren Ämtern.
Wegen Wegzug und Austritt aus der Feuerwehr hatte Präsidentin Dunja Keiser den Rücktritt eingereicht. Mit Marcel Käslin schlug der Vorstand zur Überraschung der Mitglieder ein Ehrenmitglied für das freiwerdende Amt vor. Käslin war vor gut 20 Jahren schon einmal Präsident des Vereins. Er habe sich die Anfrage überlegt, erzählte Käslin an der Versammlung. Dann habe er gesagt: «Jawohl, ad interim kann ich mir das sehr gut vorstellen.» Zu seiner Motivation sagte der ehemalige Feuerwehroffizier: «Mir ist das Feuerwehrwesen immer noch sehr wichtig. Auch das Gesellige und die Kultur.» Damit nahm er auf den Samichlausumzug Bezug, der jedes Jahr vom Feuerwehrverein organisiert wird. Unter Applaus wählten die Vereinsmitglieder Marcel Käslin zum Präsidenten auf zwei Jahre.
Feuerwehrleute feiern Jubiläen
Kommandant André Imboden ehrte elf Mitglieder, die dieses Jahr ein rundes Dienstjubiläum feiern. 10 Jahre Feuerwehrdienst geleistet haben Remo Bucher, Fernanda Zimmermann und Robin Zwahlen. Dominik Scheuber, Marcel Wagner, Stefan Imboden und Mark Schönholzer sind seit 20 Jahren in der Feuerwehr. Für 25 Jahre überreichte André Imboden den traditionellen «Brünzler» – die Figur eines altertümlichen Rohrführers – an Christian Flury und Andreas Odermatt. Ganze 40 Jahre hat Beat Wuhrmann in mehreren Feuerwehren Dienst geleistet. Sogar 45 Jahre steht Markus Rossi im Dienst der Feuerwehr. In dieser Zeit ist der Gruppenführer zu über tausend Einsätzen ausgerückt. Dafür überreichte ihm Kommandant Imboden einen Gutschein für einen Rundflug.
Noch ein Jahr länger war Edy Amstad in der Feuerwehr, bevor er nun auf Ende Jahr ausgetreten ist und die Brandschutzausrüstung abgegeben hat. «Du hast unglaubliche 46 Jahre Feuerwehrdienst geleistet, und dies immer sehr zuverlässig», sagte André Imboden, als er Amstad – bestens bekannt als Landweibel – als Anerkennung ein Geschenk und das Dienstbüchlein überreichte.
Dank aus dem Gemeinderat
Zum Abschluss der Versammlung dankte Gemeinderätin Christina Amstutz per Videobotschaft der Feuerwehr im Namen des Gemeinderates und der Bevölkerung für ihren Einsatz: «Ihr habt auch letztes Jahr wieder eine sehr grosse, wertvolle Arbeit für unser Dorf geleistet. Die Feuerwehr steht das ganze Jahr bereit, Tag und Nacht, bei jedem Wetter. Das ist gerade in der heutigen Zeit überhaupt nicht mehr selbstverständlich und verdient einen grossen Respekt und Dank. Ihr vom Feuerwehrverein unterstützt diese Arbeit und stärkt das Gefühl des Zusammenhalts. Für den Einsatz, eure Kameradschaft und eure Bereitschaft danke ich euch ganz herzlich. Ich danke ganz besonders jenen langjährigen Feuerwehrmitgliedern, die heute speziell verdankt und verabschiedet werden, teilweise nach fast einem halben Jahrhundert Feuerwehrdienst. Und ich danke auch Dunja Keiser für ihre Arbeit als Vereinspräsidentin. Ich wünsche euch fürs 2026 gute Gesundheit, möglichst wenig Einsätze und sollte es euch doch brauchen: Habt Sorge und kommt gesund wieder heim.»